Aufsicht zur Burgruine Badenweiler; Foto: Corinna Greb

Alles genau erfasst

Das Inventar

1422 legte der Burgverwalter Hans Oehler ein Verzeichnis an über alles, was es in der Burg gab. Solche Inventare entstanden immer dann, wenn eine Burg oder ein Schloss den Besitzer wechselte. Die Aufzählung gibt einen anschaulichen Eindruck davon, wie es sich auf einer Burg lebte.

Gebettet auf Stroh und Seide.

Die Betten

33 Betten gab es, für die Matratzen aus Stroh zur Verfügung standen, dazu Leintücher, Kopfkissen und gefüllte Federbetten. Für die vornehmen Herrschaften lagen kostbare bestickte Bettdecken bereit: aus Halbseidenstoffen in orientalischer Art. Die Diener hatten nur Strohsäcke, als Decke ein Tuch oder Schaffell, im Winter zusätzlich den eigenen Mantel.

Ein Fenster mit steinerner Holzbank im ersten Obergeschoss der Burg Badenweiler; Foto: Corinna Greb

Sitzkissen sorgten für Wärme und Behaglichkeit.

Für Komfort ist gesorgt

Für die ganze Burg ist nur ein einziger Tisch erwähnt. Doch das lag daran, dass man im Mittelalter meist aus Holzplatten und Böcken die Tafeln aufschlug und nach dem Essen wieder abbaute. Dagegen gab es viele Sitzkissen: ein bisschen Wärme und Bequemlichkeit für die steinernen Bänke an den Wänden. Die Fenster konnten mit Holzläden verschlossen werden – wichtig für den Komfort im Winter.

Säle, Kammern und Arbeitsräume

Aus dem Inventar lässt sich auch ablesen, welche Räume es in der Burg gab: die Burgkapelle, zwei Herren- und Ritterkammern, die Ritterstube, eine Speisekammer, eine Kammer mit vier Betten für Reisende, Kammern für den Schreiber, die Verwalter, den Turmwärter und den Torwart. Darüber hinaus beherbergte die Burg eine Kornhalle, also einen Vorratsspeicher, ein Backhaus, mehrere Keller und die Küche.

Waffen aus dem Museum auf der Burg Rötteln; Foto: LMZ

Zwei Waffenkammern gab es in der Burg.

Gut gerüstet?

In der Burg gab es zwei Waffenkammern, die Waffenkammer neben der Herrenstube und die Herrenkammer für Ritterwaffen. In der Waffenkammer lagerten ein paar eiserne Büchsen, 10 Messing Stabbüchsen, „schiessen kleine bleiklötzly“ und 24 Armbruste. In der Herrenkammer waren ältere und neuere Ritterwaffen, aber nur einige Teile: Harnisch, Panzerhosen, Handschuhe, Eisenschuhe und zwei „Mordextle“, das waren Büchsen, die gleichzeitig als Hieb- und Stichwaffe dienten.

Nachrichten aus der Burgküche

In der Küche warteten große und kleine Kessel, irdene Töpfe, eiserne Bratspieße, eiserne Pfannen, eine Messingpfanne, drei Eisenlöffel, Platten, Teller und Schüsseln, ein Fleischmesser, ein steinerner Mörser mit Stössel und ein Sieb auf das Küchenpersonal. Zinngeschirr gab es reichlich, jedoch nur zur Benutzung durch die Herrschaft. Und auch gut zu wissen: Im Keller lagerten 19 1/2 Fässer Wein!

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