Ansicht der Burg Badenweiler; Foto: Badenweiler Thermen und Touristik GmbH, Karin Schmeißer

Wechselnde Perspektiven

Verborgener Schatz: Das Panorama

Die Aussicht von der Burgruine Badenweiler ist außergewöhnlich. Das Panorama wird für Generationen von Kurgästen aus aller Welt zum Erlebnis. Im Mittelalter war der weite Blick ein strategischer Vorteil – damals hatte das traumhafte Panorama noch eine ganz andere Bedeutung.

Burgbesucher

Besucher entdecken die landschaftliche Schönheit.

Neue Sicht auf die Burg

Schon kurze Zeit nach dem Ende der militärischen Karriere der mittelalterlichen Burg rückte die landschaftliche Schönheit in den Blickpunkt: In Badenweiler fand dieser Wechsel sehr früh und sehr schnell statt. Die Burg Badenweiler, am Ende des 17. Jahrhunderts zerstört, wurde schon ein halbes Jahrhundert später unter touristischen Aspekten betrachtet. Der Landesherr, Markgraf Karl Friedrich von Baden, leitete erste Maßnahmen zur Verschönerung der Burg in die Wege.

Begehbare Schildmauer der Burg Badenweiler mit kleinem Treppenturm rechts; Foto: Badenweiler Thermen und Touristik GmbH, Karin Schmeißer

Reiseziel seit 1756.

Panorama für die Kurgäste

Schon im 18. Jahrhundert zog der Kurort Badenweiler viele Reisende an. Das war sicher ein Grund für die Aufmerksamkeit des badischen Markgrafen. Er forderte bessere Spazierwege in Badenweiler – bereits 1756! Zwei Jahre später entstand die Nussbaumallee am Fuß des Burgberges. Eine erste Aussichtsterrasse wurde am Anfang des 19. Jahrhunderts errichtet. 1862 kam der Treppenturm dazu, der die Schildmauer mit ihrem grandiosen Panorama erschließt.

Treppenturm an der Wehrmauer von 1861; Foto: Badenweiler Thermen und Touristik GmbH, Karin Schmeißer

Der markante Treppenturm der Burgruine.

Der Treppenturm

Ein markanter Teil der Burgruine ist der Treppenturm, der 1861 an der westlichen Wehrmauer gebaut wurde. „Sehr wünschenswert ist es, dass diese Wehrmauer zugänglich gemacht werde, da es auf dieser Burgruine an einem zugänglichen Punkt mangelt, von welchem aus man eine Rundsicht hat“, so begründete Oberbaurat Fischer 1860 den Antrag einer Zugangstreppe für die Wehrmauer. Doch die Ausführung zog sich über Jahre hin: Die Bauarbeiten erfolgten nur außerhalb der Saison, um die Kurgäste nicht zu belästigen.

Strategischer Punkt

Die Aussichtspunkte, die Burg und Burghügel heute bieten, waren nicht immer wegen der Schönheit von Interesse, sondern wegen ihres militärischen Nutzens. Und schon sieht man, welchen strategischen Vorteil das liebliche Panorama in Richtung Rheintal bietet: die klare Sicht auf die Verkehrswege durch die Ebene und zugleich die Kontrolle der Erzminen in den Hängen des Südschwarzwaldes.

Die Burg Badenweiler mit Panoramasicht; Foto: Badenweiler

Ein liebliches Panorama mit hohem militärischem Nutzen.

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